Eine Kapelle mit 600-jähriger Geschichte

Die im Jahre 1419 erbaute Bergkapelle, die dem heiligen Mauritius geweiht ist, hat dem Berg seinen Namen verliehen – Moritzberg. Die Kapelle wurde von dem Nürnberger Patrizier Herdegen Valzner gestiftet, der ursprünglich aus Böhmen kam. 1390 stiftete er dem Heilig-Geist Spital in Nürnberg eine Kapelle zu Ehren der zwölf Apostel. Mit dem Tod seines gleichnamigen Sohnes 1427 sterben die Valzners aus. Herdegen Valzner ist neben Konrad Groß im Heilig-Geist Spital in Nürnberg begraben. Durch seine Enkelin Johanna von Seckendorf und Krottendorf kam der Besitz zu den Tuchers und durch Heirat von Anna Tucher 1476 mit Sigmund Fürer II (1436 -1501) in die Familie Fürer von Haimendorf, in deren Besitz sich die Kapelle noch heute befindet.

Aus der römischen Geschichte erklärt sich, dass der heilige Mauritius ursprünglich der Schutzpatron des Heeres war. In der Bildenden Kunst wird er soldatisch mit Lanze, Brustpanzer und Schild dargestellt. Später wurde er auch als Schutzpatron der hufkranken Pferde verehrt. Gerade diese Verbindung zu den Pferden hat sich auf dem Moritzberg noch bis heute gehalten.

1707/08 wurde die Kapelle im Rahmen einer Restaurierung von Carl Gottlieb v. Fürer auf etwa die doppelte Länge vergrößert. Der ehemals spitze Turmhelm, der auf dem Kupferstich von Friedrich Albert Annert aus dem Jahre 1791 recht markant hervortritt, ist erst 1865 verkürzt worden. Insgesamt fanden umfangreiche Renovierungen zum Erhalt des Gebäudes und des Inventars statt in den Jahren 1590, 1650, 1708, 1865, 1907, 1987 und 2015.

Restaurierung der Moritzbergkapelle 2013 bis 2015
Ein Vierteljahrhundert nach der letzten Restaurierung in den Jahren 1986 und 1987 wurde die Moritzbergkapelle von 2013 bis 2015 erneut einer grundlegenden Restaurierung unterzogen.

Die Arbeiten wurden vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege begleitet. Sie war in zwei Projektabschnitte aufgeteilt: Der erste Abschnitt vom April bis Juni 2013 war dem Außenbereich gewidmet, von April bis Juni 2014 folgte der Innenbereich als zweiter Abschnitt. In der Zeit von Mai bis Mitte September 2015 wurden die Restarbeiten im Innenbereich abgeschlossen.

Wer den Moritzberg heute besucht, kann die Kapelle im neuen Außenglanz bewundern. Die Installierung einer neuen Drainage und eines Schutzgitters, die Restaurierung der Putze und des Außenanstrichs samt Fenstereinrahmungen, die Überarbeitung der Glasfenster, der Einbau neuer Dachrinnen und neuer Fensterläden sowie die Restaurierung der Turmeinfassung und die Wiederherstellung der historischen Sonnenuhr wurden 2013 abgeschlossen.

Im Innenbereich ging es um die Pflege der drei Altäre, der Epitaphien, der Malerei in der Sakristei und der Figur des heiligen Mauritius sowie um die Sanierung der durchfeuchteten Sockelzone, Reinigung der Wände und des hölzernen Tonnengewölbes, Überarbeitung der Mensa sowie um die Festigung der Malereien der Fenstereinfassungen. Zusätzlich wurde eine Wandtemperierheizung im Sockelbereich eingebaut. Die Arbeiten im Innenbereich dauerten von 2014 bis Sommer 2015. Mit der vollständigen Erneuerung der Kirchenbeleuchtung im Herbst 2015 ist die Generalsanierung der Moritzbergkapelle abgeschlossen.